Wabi-Sabi

Woher kommt der Name Wabi Sabi Denim? 

 

Hinter meiner Arbeit steckt die Philosophie des Wabi-Sabi. Meine Mission ist es, die Qualität einer hochwertigen Jeans zu bewahren und die Menschen bei einer achtsameren Lebensweise zu unterstützen.

 

Eine gut gemachte Jeans ist geradezu unverzichtbar, denn sie ist zeitlos und an viele Stile anpassbar. Sie ist auf Langlebigkeit ausgelegt und kommt nie aus der Mode. Erst durch den Gebrauch – das tägliche Tragen – und die Spuren der Abnutzung erhält sie ihre besondere Ästhetik. Ihre Patina macht sie einzigartig und wertvoll.

 

Erst, wenn sie unperfekt zu sein scheint, ist sie perfekt.

 

Ich will dazu anregen, mehr im Einklang mit der Natur zu leben, weniger zu konsumieren, achtsamer zu kaufen und die Dinge, die wir haben mehr wertzuschätzen und zu pflegen, denn letztendlich führt das zu mehr innerer Zufriedenheit und Ruhe.

 

Unser Leben ist nicht ewig, sondern kurz und kostbar. Deshalb sollten wir uns mit Menschen und Dingen umgeben, die wir lieben und wertschätzen und gute Gefühle bei uns auslösen. Wir sollten uns von dem ständigen Streben nach Mehr befreien, langsamer werden, damit wir überhaupt achtsamer im Moment sein können, um die Schönheit, die uns bereits jetzt umgibt zu erkennen.

Was bedeutet Wabi-Sabi?

 

Wabi-Sabi kommt aus dem Japanischen und setzt sich aus zwei Wörtern mit unterschiedlicher Bedeutung zusammen. Als zusammenhängender Begriff taucht es jedoch weder geschrieben noch ausgesprochen kaum auf. Fragt man Japaner, was Wabi-Sabi bedeutet, bekommen wir durchaus unterschiedliche Antworten darauf. Das liegt daran, dass Wabi-Sabi mehr eine Lebenseinstellung ist, die tief verwurzelt mit der japanischen Kultur ist. Somit existiert Wabi-Sabi mehr in den Herzen der Japaner und in ihrer Art zu leben. Aber was heißt es denn nun?

 

Um Wabi-Sabi zu verstehen, beginne ich hier mit der Beschreibung der beiden Wörter in ihrer alleinstehenden Bedeutung.

 

Wabi

 

Die Ursprünge von Wabi liegen in der Welt des Tees und der Teezeremonie. Die Teezeremonie diente im 16. Jahrhundert den Wohlhabenden in der japanischen Gesellschaft dazu ihren Reichtum zur Schau zu stellen. Der Teemeister Sen no Rikyū begann diese Art der Teezeremonie zu verändern, in dem er sie auf das Wesentliche reduzierte. Er verkleinerte den Teeraum, sodass die Gäste sehr eng beieinander saßen, alles Überflüssige ließ er weg. Die Teekeramiken wurden eigens für das Teetrinken in den Raum gebracht und zum Ende hin wieder entfernt. Es gab ein paar Blumen passend zur Jahreszeit. Damit lag der Fokus der Teezeremonie auf der gemeinsamen Erfahrung in dem Augenblick. So ist es bis heute geblieben.

 

Es geht also bei Wabi darum, sich von der materiellen Welt zu lösen und das Schöne in der Schlichtheit und den einfachen Dingen zu erkennen.

 

Viele Jahrhunderte vor Rikyū war die Bedeutung von Wabi eine etwas andere. Es war damit so was wie ein gedämpfter, zurückhaltender Geschmack gemeint. Ursprünglich stammt das Wort vom Verb wabiru ab, was sich sorgen, sich nach etwas verzehren meint sowie vom Adjektiv wabishii (elend, einsam, arm). Es erinnert in diesem Zusammenhang mehr an Armut, Unzulänglichkeit und Verzweiflung.

 

Erst mit der Teezeremonie wie Rikyū sie praktizierte nahm Wabi die Bedeutung vom ästhetischen Wert der Schlichtheit und Einfachheit an.

 

 

Schönheit lässt sich nicht nur im Offensichtlichen finden, sondern auch in der Dunkelheit und in der Stille. So beschrieb es bereits Jun’ichiro Tanizaki in seinem Essay „Lob des Schattens“.

Wie ein phosphoreszierender Stein, der im Dunkel glänzt, aber bei Tageshelle jeglichen Reiz als Juwel verliert, so gibt es ohne Schattenwirkung keine Schönheit.

Es bedeutet hinzunehmen was ist und die daraus entstehenden Einsichten. Die stille Zufriedenheit, die spürbar wird, wenn wir uns von der materiellen Welt lösen.

 
 

Meine Zusammenfassung von Wabi: Es ist eine innere Einstellung, ein Weg zu innerer Ruhe und Zufriedenheit. Es ist die Vorstellung, dass unsere Bedürfnisse im Grunde genommen ganz einfach sind und wir dankbar sein dürfen für alles Schöne, das bereits in unserem Leben existiert – so wie Dein Jeans-Unikat.

 

 

Sabi

 

Sabi bedeutet Patina, antikes Aussehen und meint den Lauf der Zeit, wie alles gedeiht und wieder vergeht und wie das Altern die Optik von allem verändert. Gleichzeitig lässt sich das Schriftzeichen auch mit Stille übersetzen. Als Adjektiv bedeutet sabishii allein, einsam, verlassen. Das Verb sabiru lässt sich mit rosten, vergehen, Alterungsspuren zeigen übersetzen.

 

Sabi beschreibt also eine tiefe Schönheit, die erst mit dem Fortschreiten der Zeit zum Vorschein kommt. Sie kann nicht durch Menschenhand herbeigeführt werden, sondern wird allein durch die Zeit geschaffen. Es ist die Schönheit, die erst im Prozess durch Nutzung und Abnutzung der Dinge sichtbar wird.

 

Doch es steckt noch mehr hinter dem Begriff Sabi. Der tiefere Sinn geht über das rein äußerliche hinaus. Es geht um das Gefühl, das es in uns auslöst, wenn Dinge gedeihen und wieder vergehen. Oft ist es von Traurigkeit geprägt und erinnert uns an unsere eigene Vergänglichkeit, an den natürlichen Kreislauf des Lebens.

Somit sind beide Wörter einzeln betrachtet sehr eng mit der Ästhetik verknüpft. Und gleichzeitig meint Wabi-Sabi so viel mehr als nur das rein physische. Es beschreibt das Entdecken des Schönen mit allen Sinnen und die Gefühle, die es bei uns auslöst.

 

 

Wabi-Sabi bezieht sich auf das Leben als Ganzes. Es ist eine Geisteshaltung, ein Gefühl und deshalb versteht jeder etwas anderes unter dem Begriff, denn jeder erlebt die Welt auf unterschiedliche Art und Weise.

 
 

Was können wir aus Wabi-Sabi lernen?

 

Wir leben in einer Zeit, in der alles zu jeder Zeit verfügbar ist. Wir werden rund um die Uhr mit Informationen und Angeboten überladen. Sobald wir aufwachen und das Smartphone einschalten werden wir mit Botschaften konfrontiert, die nicht spurlos an uns vorüberziehen. Jede Botschaft macht etwas mit uns. Oftmals ist es uns nicht einmal bewusst.

 

Uns wird gezeigt wie wir aussehen und was wir tragen sollen, was wir kaufen, was wir essen und wie wir leben sollen. Wir sind mehr mit dem, was im Außen alles passiert beschäftigt als mit uns selbst. Und das in einem Tempo, mit dem wir innerlich nicht mehr Schritt halten können. Kein Wunder, dass so viele Menschen überfordert und gestresst sind. Wir finden keine Zeit mehr für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Dabei haben wir durch unsere technischen Errungenschaften heute mehr Zeit zur Verfügung als noch vor 50 Jahren.

 

Die Frage ist, wie wir mit der Zeit und wie wir mit uns selbst umgehen.

 

Mögen die sozialen Medien durchaus sinnvoll und nützlich sein, so richten sie gleichzeitig auch großen Schaden bei uns an, denn sie verleiten uns zu Vergleichen mit anderen. Wir sind süchtig nach der Bestätigung durch die anderen. Die Gefahr dabei ist, dass die schönen Bilder auf Instagram häufig inszeniert sind und mit dem wahren Leben meistens wenig zu tun haben. In jeder freien Minute wird das Smartphone hervorgeholt und sei es an der roten Ampel. Dabei verpassen wir das Leben, das in diesem Moment um uns herum stattfindet. Wir verlieren nicht nur die Verbindung zu den Menschen in unserem Umfeld, sondern auch zu uns selbst.

 

Spürst Du die Verbindung zu Dir selbst noch?

 

Ständig denken wir darüber nach, was die anderen denken, wenn wir dieses oder jenes tun oder nicht tun. Wir sorgen uns über Dinge, die noch gar nicht passiert sind. Wir setzen uns selbst Grenzen, wo keine sind und sind selbst unser größter Kritiker. Wir trauen uns nicht unsere Träume zu leben, weil wir glauben, für uns ist kein Platz mehr. Wir sind bereits eingeschüchtert von den Erfolgsstories der anderen. Das nagt an unserem Selbstwert.

 

Um unseren Selbstwert wieder aufzubauen, meinen wir, sind viel Geld, diverse Gegenstände, Status, Jugendlichkeit und gutes Aussehen das Allheilmittel für mehr Glück und Zufriedenheit im Leben. Wir tun Dinge, die uns nicht am Herzen liegen, wir kaufen Dinge, die uns nicht wirklich wichtig sind und setzen uns selbst damit unter einen enormen Druck, dem wir dauerhaft kaum standhalten können.

 

Dieses Streben nach mehr Geld, mehr Leistung, mehr Dingen hat nicht nur Einfluss auf unser Denken, unser Verhalten und unseren Selbstwert, sondern leider auch auf die Umwelt. Und das wonach wir tagtäglich streben ist meistens nicht das, was uns tief im Herzen berührt.

 

Viele spüren gar nicht mehr, was sie wirklich, wirklich wollen. Die Verbindung zu uns selbst ist in der täglichen Reizüberflutung verloren gegangen.

 

Die Philosophie des Wabi-Sabi kann uns dabei helfen, den Weg zurück zu uns selbst zu finden, achtsamer mit uns selbst, der Natur, den Menschen und den Dingen, die uns umgeben zu sein.