Jeans waschen

Anleitung zum Waschen Deiner Jeans

 

Waschen oder nicht waschen? Wie? Und wann? Es gibt unterschiedliche Meinungen und Empfehlungen zum Waschen von Jeans. Und wie so oft gibt es nicht die EINE Antwort darauf. Es kommt darauf an. Hier findest Du Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Waschen Deiner Jeans mit der Hand und in der Waschmaschine.

 

Wann und wie Du Deine Jeans waschen solltest

 

Das Tragen und Waschen (und nicht Waschen) haben Einfluss auf das Verblassen und damit das Aussehen der Jeans. Insbesondere wenn wir von Raw Denim Jeans sprechen. Dadurch, dass der Prozess des Verblassens so lange dauert, wollen wir natürlich sicher sein, unsere „harte Arbeit“ durch falsche Pflege nicht wieder zu torpedieren. Deshalb häufen sich die Fragen rund um das Thema: Wie und wann Jeans gewaschen werden sollten.

 

In der Vergangenheit habe ich meine Jeans ungefähr alle zwei bis drei Monate in der Maschine gewaschen ohne mir Gedanken darüber zu machen. Gut, damals waren es auch noch keine Raw Denim Jeans. Heute sammle ich selbst meine Erfahrungen dazu und teile sie mit euch.

 

Eine Wäsche, wenn die Jeans schmutzig ist, ist grundsätzlich eine gute Idee. Und etwa alle drei Monate waschen ist ein guter Rhythmus – ein Mittelweg zwischen alle ein bis zwei und alle sechs Monate waschen.

 

Wenn Dein Ziel stark kontrastierende „Fades“ sind (Ich belasse es hier bei der englischen Bezeichnung „fades“ aus dem Grund, dass deutsche Übersetzungen zu sperrig klingen beziehungsweise es im Deutschen keinen passenden Begriff gibt, der die verblassenden Farbverläufe in einem Wort treffend beschreibt.), ist die Empfehlung, die Jeans möglichst wenig zu waschen – also etwa alle sechs Monate. Der Nachteil dabei ist, dass das seltene Waschen die Lebenszeit der Jeans verkürzt, da der Denim dabei eher „spröde“ wird und zu „Bruchstellen“ neigt.

 

Bevor ich meine Jeans das erste Mal trage, wasche ich sie ebenfalls. Beziehungsweise ist Einweichen in klarem Wasser die bessere Beschreibung. Dadurch wird ein Teil der im Denim enthaltenen Stärke ausgespült, was die Jeans sich etwas weicher anfühlen lässt. Und das erste Einweichen erhöht die Lebensdauer. Das geht in der Badewanne mit kaltem Wasser am besten. Das Waschbecken oder ein Eimer sind auch ausreichend, wenn Du keine Badewanne hast.

Das Waschen der Jeans mit der Hand

 

Wie gesagt, die Handwäsche ist die sanfteste Methode die Jeans zu waschen. Bei der Handwäsche verliert die Jeans am wenigsten des blauen Indigofarbstoffes im Vergleich zur Maschinenwäsche. Perfekt also, wenn wenn Deine Jeans möglichst lange dunkel und wie neu aussehen soll. Das gilt übrigens auch für alle anderen Kleidungsstücke aus Denim. Die Handwäsche ist außerdem eine sehr schonende Weise die Jeans zu waschen, da es weniger Falten im Stoff hinterlässt. (Das Waschen mit der Hand ist übrigens auch für alle Kleidungsstücke aus Wolle absolut empfehlenswert.) 

 

Und es ist die beste Methode, um nicht sanforisierte Jeans zum Einlaufen zu bringen, da Du hier die meiste Kontrolle über Wassertemperatur und Dauer des Einweichens hast. Waschmittel wird hierbei übrigens weggelassen.

Eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Handwäsche Deiner Jeans

Du brauchst:

  • Na klar, Deine Jeans
  • einen Behälter, wie die Badewanne, das Waschbecken oder einen Eimer 
  • Wasser
  • Waschmittel und Essig (optional)
  • einen Platz zum Trocknen der Jeans

Und los geht’s:

  1. Drehe Deine Jeans auf links
  2. Befülle den Behälter mit lauwarmem Wasser
  3. Gebe flüssiges Waschmittel und optional Essig dazu
  4. Bewege die Jeans langsam im Wasser, entferne Flecken und lasse die Jeans für etwa 60 Minuten im Wasser einweichen
  5. Hänge die Jeans zum trocknen auf

Hier die ausführliche Anleitung

1. Vorbereitung

Leere die Taschen, schließe die Knöpfe und den Reißverschluss und – ganz wichtig – drehe die Jeans auf links (das heißt, die Innenseite nach außen).

 

2. Wasser

Befülle das Waschbecken, die Badewanne oder den Eimer mit ausreichend lauwarmem Wasser. Achte darauf, dass der Behälter, den Du zum Waschen nutzt vorher gut gereinigt wurde.

 

3. Waschmittel und Essig

Gebe etwas flüssiges Waschmittel dazu. Am besten eignet sich dafür ein Waschmittel für Wolle und Feines oder ein Waschmittel speziell für dunkle Sachen.

 

Verwende kein Waschmittel, das Bleichmittel enthält.

 

Du kannst außerdem 100ml Essig mit ins Wasser geben. Der Essig verhindert das Ausbluten der Farbe. Keine Angst, der Geruch verfliegt sehr schnell wieder.

Essig schützt die Farben vor dem Verblassen. Denim bleicht mit der Zeit aus, da die Farbe instabil ist. Beim Waschen lösen sich die Farbpigmente aus den Fasern, die Farbe blutet aus. Der Essig bindet Farbpigmente in den Fasern und lässt sie wieder leuchten. Essig wirkt außerdem als biologisch abbaubarer Weichspüler und tötet Bakterien ab. Win Win also.

Der einfache Tafelessig mit einem Säuregehalt von 5% ist dafür vollkommen ausreichend. Wenn du Essigessenz mit 25% Säuregehalt verwenden möchtest, verdünne sie vorher im Verhältnis 1:4 mit Wasser.

4. Waschen

Lege Deine Jeans ins Wasser. Bewege sie langsam hin und her, entferne eventuelle Flecken ohne den Stoff dabei zu stark zu reiben.

 

Lasse die Jeans für etwa eine Stunde im Wasser einweichen.

 

Nach etwa einer Stunde lässt Du das Wasser ab und spülst die Jeans gut aus.

 

5. Trocknen

Deine Jeans ist jetzt tropfnass. Hier hast Du zwei Möglichkeiten, wie Du Deine Jeans trocknen kannst:

  1. Du kannst die Jeans über der Badewanne/Dusche abtropfen und trocknen lassen. Oder draußen, wenn Du die Möglichkeit dazu hast. Vermeide es jedoch, die Jeans in der Sonne trocknen zu lassen.
  2. Oder Du gibst die Jeans vor dem Aufhängen in die Waschmaschine zum Schleudern, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Die Umdrehungszahl sollte dabei auf maximal 900 Umdrehungen eingestellt sein.

Drehe die Jeans vor dem Schleudern nicht auf rechts. Das kann zu unschönen hellen Streifen im Stoff führen.

Sei Dir aber bewusst, dass beim Schleudern in der Waschmaschine auch etwas Farbe verloren geht und Falten im Stoff entstehen.

 

Wenn es Dir wichtig ist, dass Deine Jeans so lange wie möglich in sattem, dunklem Indigo strahlt und ihre individuellen Knickfalten vom Tragen behält, empfehle ich Dir, diesen Schritt am besten auszulassen.

 

Auch das Trocknen im Wäschetrockner kann ich Dir nicht empfehlen, aus dem Grund, dass die Jeans dabei einläuft und die Farbe stumpf aussehen lässt.

Die Maschinenwäsche

 

Klar, die Maschinenwäsche erfordert weniger Aufwand als die Handwäsche. Für die Jeans bedeutet es jedoch etwas mehr Belastung durch die Bewegungen in der Maschine. Doch in einer guten Waschmaschine, die über ein Schonwasch-Programm verfügt, ist es der Handwäsche ähnlich. Trotzdem rechne dabei mit etwas mehr Farbverlust.

 

Anleitung in 5 Schritten: Das Waschen der Jeans in der Waschmaschine

  1. Drehe Deine Jeans auf links (ganz wichtig).
  2. Lege die Jeans in die Waschmaschine und wähle ein schonendes Waschprogramm mit maximal 900 Umdrehungen oder weniger.
  3. Gebe ein geeignetes flüssiges Waschmittel ohne Bleichmittel/Aufheller hinzu.
  4. Gebe 1/2 Tasse Essig in das Weichspüler-Fach der Maschine. Dieser Schritt ist optional. Eine nähere Erklärung zum Essig habe ich weiter oben bei der Handwäsche gegeben.
  5. Wenn das Waschprogramm beendet ist, nimm die Jeans am besten sofort aus der Maschine, glätte sie und hänge sie auf die Leine zum Trocknen. Auch hier meine Empfehlung: Trockne sie auf keinen Fall im Wäschetrockner!