Was ist Denim?

Was ist Denim?

Denim wird in der sogenannten Köperbindung oder auch Twillbindung genannt, gewebt und besteht meistens aus Baumwolle. Damit ist Denim das bekannteste Gewebe in Köperbindung. Typisches Merkmal dieser Webart ist die schräg verlaufende Struktur im Stoff. 

 

Gewebt wird Denim aus zwei Fäden – dem Kett- und dem Schussfaden. Der Kettfaden verläuft senkrecht, während der Schussfaden über und unter dem Kettfaden verläuft.

 

Für gewöhnlich ist Denim mit dem Farbstoff Indigo garngefärbt. Das bedeutet, der Kettfaden wird vor dem Weben gefärbt, während der Schussfaden unbehandelt bleibt. Deshalb ist Denim auf der Oberseite Blau und auf der Unterseite Weiß.

 

Unterschiedliche Twillbindungen

Bei der Köperbindung wird zwischen dem Kettköper und dem Schussköper unterschieden, je nachdem, ob die Kett- oder Schussfäden oben überwiegen. Denim ist ein Kettköper. 

 

Am häufigsten bei Denim ist der 3×1 S-Grat-Köper. Das heißt auf der Oberseite sind drei Kettfäden für jeden Schussfaden. Dadurch entstehen die diagonalen Linien im Stoff, bekannt als Twill-Linien. 

 

Beim S-Grat-Köper verlaufen diese Twill-Linien auf der Oberseite des Stoffes von rechts unten nach links oben. 

 

Eine weitere Twill-Bindung ist der 2×1 Twill, bei dem es zwei Kettfäden für jeden Schussfaden gibt. Häufiger ist der 3×1 Z-Grat-Köper, bei dem die Twill-Linien von links unten nach rechts oben verlaufen. 

 

Die Bezeichnungen S und Z stehen entsprechend für die Ausrichtung des Mittelteils der Buchstaben.

Außerdem gibt es noch den Kreuzköper, im Englischen als ‚broken twill‘ bezeichnet. Dieser wurde erfunden, um zu verhindern, dass sich der Stoff in Webrichtung verzieht, was zu verdrehten Hosenbeinen führt.

Woher kommt der Begriff Denim?

Das Wort Denim kommt vom Französischen „de Nîmes“, in Bezug auf die französische Stadt Nîmes, wo der Stoff erstmals hergestellt wurde. Der Stoff wurde „Serge de Nîmes“ genannt. „Serge“ lässt sich in etwa mit „steifes Gewebe“ übersetzen. Das beschreibt das ursprüngliche Material – ein Denim-ähnlicher Stoff – recht gut.

 

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die italienische Stadt Genua bekannt für seinen robusten dunkelblauen Baumwollstoff „bleu de Gênes“. Gênes ist der französische Name der Stadt Genua. Darin liegt der Ursprung des Begriffes „Jeans“.

 

Ein Großteil des bleu de Gênes wurde in die französische Stadt Nîmes zur Weiterverarbeitung exportiert. Daraus entstand eine gewisse Abhängigkeit von den Webereien in Genua. Um diese Abhängigkeit von den italienischen Herstellern zu verringern, experimentierten die Weber in Nîmes bald mit der Herstellung eines eigenen blauen Stoffes, der ähnlich robust und langlebig war.

 

Damals noch aus Wolle und Rohseide entwickelten sie einen Köperstoff mit einem Muster aus diagonal verlaufenden Rippen. Er bestand aus zwei unterschiedlichen Fäden: dem Kettfaden, welcher mit Indigo gefärbt wurde sowie dem Schussfaden, der weiß belassen wurde.

 

Durch die Art des Webens hatte der Stoff zwei unterschiedliche Seiten. Die eine Seite, die mehr von dem blauen Kettfaden zeigte wurde zur Außenseite und die hellere Seite mit überwiegend weißem Schussfaden wurde die Innenseite.

 

Der Stoff war durch seine Webtechnik sehr strapazierfähig und dem italienischen Stoff aus Genua gleichwertig. Weltberühmt wurde der Stoff dann bald durch die Engländer und Amerikaner, die ihn einfach „Denim“ nannten.